Heiße Tage

Bei einer Außentemperatur von über 30 Grad zeigen Besucher und Tiere im Zoo Berlin gleichermaßen Ermattungserscheinungen. Auf dem Spielplatz ist es viel leiser als sonst, Familien schlendern einträchtig dahin. Auf einer Bank hat es sich ein Pärchen gemütlich gemacht, er sitzt, sie liegt lang ausgestreckt, den Kopf auf seinem Schoß – anderthalb Stunden später haben sie sich keinen Zentimeter bewegt . . . Und was machen die Zoo-Tiere?

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Der Marabu im Zoo Berlin – heute mal ganz relaxt. Foto: sal

Wohl dem, der über einen eigenen Pool verfügt. Der Marabu, der eigentlich mehr einem griesgrämigen alten Herrn ähnelt, der in jeder Situation auf Haltung bedacht ist, ist am Rand des Wassers in die Knie gegangen. Dabei müsste der afrikanische Vetter unseres Storchs die Hitze doch eigentlich besser vertragen als viele andere Zoo-Bewohner.

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Die Zwergotter begutachten das Publikum. Foto: sal

Ungewohnte Ruhe auch bei den Zwergottern: Sonst flitzen sie durchs Wasser,  so dass man oft nur eine undeutliche Bewegung wahrnimmt. Doch heute liegt die ganze Familie auf der faulen Haut. Auf einem Baumstamm haben sie sich ausgestreckt. Vielleicht nutzen sie auch die Gelegenheit, den Spieß umzudrehen und selber mal die Zoo-Besucher in Augenschein zu nehmen.

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Die Guanakos haben es sich im Schatten gemütlich gemacht. Foto: sal

Während sich die Wasserschweine samt Nachwuchs ins Haus zurückgezogen haben,  nutzen die Guanakos, die im selben Gehege auf dem Zoo-Erweiterungsgelände wohnen, den Schattenplatz in Teichnähe für ein gemütliches Mahl.  Den südamerikanischen Verwandten des Kamels macht die Hitze wahrscheinlich nicht so viel aus, sie sollen sehr anpassungsfähig sein.

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Der Andenkondor in voller Pracht. Foto: sal

Der Andenkondor kommt ursprünglich ebenfalls aus Südamerika, ist aber im Berliner Zoo in einer ganz anderen Ecke untergebracht, in der Nähe von Seelöwen und Pinguinen. Er breiten in diesen Hitzetagen seine Flügel weit aus, um jeden noch so leichten Luftzug einzufangen und so ein bissschen Abkühlung zu erfahren. Bei großen Exemplaren kann die Flügelspannweite immerhin bis zu 3,10 Meter reichen.

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Kaum zu sehen, aber doch viel beachtet: Eichhörnchen-Nachwuchs im Baum. Foto: sal

Da die meisten Zoo-Tiere nicht viel Aktivität zeigen – selbst die Nasenbären, die sonst immer eilig unterwegs sind, schlendern nur müde durchs Gehege oder haben sich in nicht einsehbare Gefilde zurückgezogen -, nutzen einige Untermieter die Chance für einen vielbeachteten  Auftritt. Rotbraune Eichhörnchen hüpfen elegant über grüne Wiesen, und rund um einen Baum haben sich etliche Besucher versammelt, um einem Jung-Eichhörnchen beim Klettern zuzusehen.

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