Woran starb Knut?

So liebten ihn seine Fans weltweit: Eisbär Knut als Baby im Zoo Berlin mit der berühmten grünen Decke. Foto: PA/dpa

So liebten ihn seine Fans weltweit: Eisbär Knut als Baby mit der berühmten grünen Decke. Foto: PA/dpa

Vor fast drei Jahren, am 19 März 2011 starb unser Lieblings-Eisbär Knut im Berliner Zoo. Vor den Augen entsetzter Besucher stürzte er im Eisbärengehege ins Wasser und ertrank. Bei einer ersten Untersuchung seines Körpers stellte man fest, dass Knut an einer Gehirn-Entzündung litt. Jetzt veröffentlichte das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung die endgültigen Untersuchungsergebnisse. Große Überraschungen gab es dabei nicht.Viele Knut-Freunde hatten sich nach den drei Jahre dauernden, intensiven Untersuchungen der Wissenschaftler ganz genaue Informationen zu Erkrankung und Todesursache des beliebten Eisbären erhofft. Doch es konnte nicht alles geklärt werden. Die Forscher bestätigten, dass Knut an einer Entzündung des Gehirns litt. Diese verursachte wahrscheinlich einen Krampfanfall, er verlor den Halt, fiel ins Wasser und ertrank.  Die eigentliche Ursache für die Gehirn-Entzündung konnten die Wissenschaftler allerdings nicht finden. Vermutet wird eine Virus-Infektion, aber es konnte kein konkretes Virus nachgewiesen werden.

Publikumsliebling Knut im Herbst 2010 im Zoo Berlin. Foto: PA/Pilick

Publikumsliebling Knut im Herbst 2010 im Zoo Berlin. Foto: PA/Pilick

Es gab die Vermutung, dass Knut mit einem Pferde-Herpesvirus infiziert war, das für Eisbären tödlich sein kann. Aber dies bestätigte sich nicht. Festgestellt wurde, dass Knut sich irgendwann mit Grippe angesteckt hatte, in seinem Blut wurden Antikörper gefunden, aber bis in sein Gehirn war das Virus nicht vorgedrungen. „Nach so viel harter Arbeit erscheinen die Resultate letztendlich ernüchternd. Wir können das Influenza-Virus nicht für den Tod von Knut verantwortlich machen“ – lautet deshalb das Fazit von Prof. Klaus Osterrieder, Direktor des Instituts für Virologie am Fachbereich Veterinärmedizin der FU Berlin.

Knuts Körper wurde nach seinem Tod präpariert. Foto: PA/Museum für Naturkunde Berlin

Knuts Körper wurde nach seinem Tod präpariert. Foto: PA/Museum für Naturkunde Berlin

Die Nekroskopie (wie die Obduktion eines Tierkadavers genannt wird) von Knuts Körper war nach Angaben des Forschungsverbunds Berlin die umfangreichste und vollständigste Auswertung einer Todesursache eines Zootieres, die jemals durchgeführt wurde. Mehrere Forschungsgruppen von verschiedenen Institutionen, nicht nur aus Deutschland, waren daran beteiligt. Auch wenn die Ursache für Knuts Tod nicht endgültig geklärt werden konnte, helfen die gewonnenen Erkenntnisse sicher künftigen Forschungen und haben vielleicht auch Konsequenzen für den Umgang mit Tieren. So soll z. B. die Übertragung von Herpesviren auf Zootiere genauer untersucht werden.

Im Februar 2013 wurde die Plastik von Eisbär Knut im Berliner Museum für Naturkunde präsentiert. Hier ist sie wahrscheinlich ab Ende 2014 wieder zu sehen. Foto: PA/dpa

Im Februar 2013 wurde die Plastik von Eisbär Knut im Berliner Museum für Naturkunde präsentiert. Hier ist sie wahrscheinlich ab Ende 2014 wieder zu sehen. Foto: PA/dpa

 

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