Vaterfreuden

Nachwuchs im Zoo Berlin: Zwei kleine Lisztaffen halten sich am Rücken ihres Vaters fest. Foto: PA/dpa

Nachwuchs im Zoo Berlin: Zwei kleine Lisztaffen halten sich am Rücken ihres Vaters fest. Foto: PA/dpa

Väterliche Fürsorge kann man derzeit bei den Lisztaffen im Zoo Berlin beobachten. Am 27. Februar wurden hier Zwillinge geboren. Seitdem kümmert sich hauptsächlich der Vater um die beiden Kleinen. Auf seinen Rücken gekuschelt werden sie vom Papa herumgetragen. Aber die Mutter ist nicht völlig abgemeldet, die Kleinen klettern regelmäßig zu ihr herüber, um Milch zu trinken. Nach nur drei Monaten wird der Nachwuchs entwöhnt und beginnt,  feste Nahrung zu fressen.

Hier sitzt die Mutter rechts neben dem Lisztaffen-Papa. Zum Milchtrinken klettern die Kleinen zu ihr rüber. Foto: PA/dpa

Hier sitzt die Mutter rechts neben dem Lisztaffen-Papa. Zum Milchtrinken klettern die Kleinen zu ihr rüber. Foto: PA/dpa

Ihrer auffällige „Frisur“ verdanken die LIsztaffen ihren Namen. Prof. Dr. Ludwig Heck, der von 1888 bis 1931 Zoodirektor in Berlin war, sah offenbar eine Ähnlichkeit mit der weißen Haarpracht des Komponisten Franz Liszt (1811-1886), als er die Äffchen nach ihm benannte. Die kleinen Affen werden im Deutschen aber auch Perücken- oder Pinchéaffen, oder -wegen der zwitschernden Stimme- Nachtigallaffen genannt. Die weißen Kopfhaare der Affen sorgen auch für andere Assoziationen, zum Beispiel an ein Knäuel Baumwolle: Im Englischen heißt der Lisztaffe auch „Cotton-top Tamarin“.

Die kleinen Affen ziehen mit ihrem markanten Äußeren die Aufmerksamkeit auf sich. Das schwarze Gesicht bildet einen starken Kontrast zu dem weißen Haarschopf. Auch die Arme und die Körperunterseite sind weiß, das Fell am Rücken und der lange Schwanz sind rotbraun gefärbt.

Die Heimat der Lisztäffchen ist ein sehr kleines Gebiet im tropischen Regenwald der Pazifikküste in Kolumbien. Hier leben sie in kleinen Gruppen, die aus einem Elternpaar und ihren unterschiedlich alten Nachkommen bestehen. Die Lisztaffen wurden in der Vergangenheit stark dezimiert. Zehntausende sollen für medizinische Forschungen exportiert worden sein, bevor sie in den 1970er-Jahren unter Schutz gestellt wurden. Sie sind heute als stark gefährdet eingestuft. Das Schutzprojekt Proyecto Tití in Kolumbien engagiert sich u. a. dafür, dass Ländereien aufgeforstet werden, um den Lisztaffen ausreichenden Lebensraum zu bieten.  Die Mitbegründerin des Projekt, Dr. Anne Savage, erinnern die Lisztäffchen übrigens eher an Vertreter der moderneren Musik – Punkrocker wie Johnny Rotten oder Joe Strummer.

Als Baumbewohner mit langen Gliedmaßen und langem Schwanz können die Lisztaffen hervorragend klettern und springen. An Zehen und Fingern haben sie Krallen statt Nägel – mit Ausnahme von Großzehe und Daumen. Sie verfügen auch über ein beeindruckendes Gebiss. Lisztaffen können Kleintiere überwältigen und als Beute töten. Zu ihrer Nahrung gehören außerdem Blätter, Blüten, Früchte und Baumsäfte.

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