Hunderttausendfacher Nachwuchs

Eine Weißbandputzergarnele am Maul eines Tomatenzackenbarschs. Dieses Foto stammt allerdings nicht aus dem Zoo-Aquarium, sondern ist eine Unterwasser-Aufnahme aus der Milne Bay, Papua-Neuguinea. Foto: PA/Okapia

Eine Weißbandputzergarnele am Maul eines Tomatenzackenbarschs. Dieses Foto stammt allerdings nicht aus dem Zoo-Aquarium, sondern ist eine Unterwasser-Aufnahme aus der Milne Bay, Papua-Neuguinea. Foto: PA/Okapia

Bei vielen Tierarten freuen sich Zoo oder Tierpark, wenn ein Jungtier geboren wird, die Besucher sind von dem Nachwuchs meist besonders angetan. Das Aquarium vermeldet jetzt sogar hunderttausendfachen Nachwuchs. Aber ich fürchte, die Besucher sind nicht so fasziniert wie bei einem Jungtier voni Affe, Löwe, Elefant & Co. Die Rede ist nämlich von Garnelen.

Genauer gesagt handelt es sich um Putzergarnelen. Die Pfleger im Zoo-Aquarium Berlin kümmern sich seit einigen Monaten um dieses interessante Zuchtprogramm. Vier Arten der Gattung Lysmatan konnten vermehrt werden (L. amboinensis, L. boggesi, L. sedicaudata und L. wurdemanni). Erwachsene Putzergarnelen sind bis zu sechs Zentimeter lange Zehnfußkrebse. Sie gehen eine Zweckgemeinschaft mit Fischen ein, denn sie ernähren sich von Parasiten und abgestorbenen Hautfetzen und fressen diese meist direkt von den Fischen herunter. Die Garnele wird satt, der Fisch verliert im Gegenzug seine Plagegeister – also eine win-win-Situation für beide.

Eine Weißbandputzergarnele mit ihrer charakteristischen Färbung - eine Unterwasseraufnahme aus dem Roten Meer. Foto: PA/Okapia

Eine Weißbandputzergarnele mit ihrer charakteristischen Färbung – eine Unterwasseraufnahme aus dem Roten Meer. Foto: PA/Okapia

Schaut man einmal genauer hin, entdeckt man, dass einige der Krebse durchaus attraktiv sind: Bei der Weißband-Putzergarnele (L. amboinensis) sind zum Beispiel die Seiten, der Bauch und die Beine leuchtend gelb, der Rücken feuerrot. Am Rücken verläuft ein weißes Längsband. Die Jungen schlüpften am 21. Januar 2014. Die Entwicklung bis zum Erwachsenen wird wohl fünf Monate dauern – wie lange genau, das werden die Pfleger jetzt genau dokumentieren, um mehr über die Biologie dieser Tiere zu erfahren.

Verbreitet sind die Tiere in fast allen warmen Meeren, wie das Zoo-Aquarium berichtet. Sie leben paarweise oder in Kleingruppen in Höhlen und Felsspalten. Die Putzergarnelen sind Zwitter oder Hermaphroditen. Jedes Tier besitzt männliche und weibliche Geschlechtszellen, befruchten sich aber nicht selbst. Die Eier sind von grünlicher Farbe und werden unter dem Hinterleib getragen. Die geschlüpften Krebslarven werden schließlich ins Freiwasser befördert und sind dann Teil des tierischen Planktons.

Vorbildliche Eltern sind die Garnelen nicht. Sie setzen eine sehr große Anzahl von Nachkommen in die Welt. Da sie sich nicht darum kümmern, wächst nur ein kleiner Promillsatz von ihnen heran. Wie wohl ihre Überlebenschancen im Aquarium sind? Sie kommen nach und nach in die Schau  wenn sie groß genug sind.

Ein Kommentar

  • Michael

    Tolle Sache!

    Ich halte auch Garnelen in meinem Nano Aquarium. Es macht echt extrem viel Spaß das Verhalten dieser Tiere zu beobachten und erfahrungsgemäß überlebt ein Großteil des Nachwuchses 😉

    lg!

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