Wolfs-Pärchen im Tierpark

Die vierjährige Wölfin Rinda kam aus dem Zoo Breslau nach Berlin. Foto: Tierpark Berlin/Klaus Rudloff

Die vierjährige Wölfin Rinda kam aus dem Zoo Breslau nach Berlin. Foto: Tierpark Berlin/Klaus Rudloff

Die einen beobachten mit Sorge, dass sich wieder Wölfe in Deutschland ansiedeln, andere freuen sich über die Bereicherung im Tierleben. Bei der neuesten Nachricht aus dem Berliner  Tierpark freuen sich sicher alle Tierfreunde. In Friedrichsfelde lebt ein neues Wolfs-Pärchen – die beiden Eurasischen Wölfe Rinda und Wotan. Rinda wurde am 30. Mai 2011 in Breslau, Polen, geboren. Wotan kommt aus Pilsen in Tschechien und ist drei Jahre jünger als seine neue Partnerin. Heute durften sich die Beiden auch direkt beschnuppern – bisher konnten sie nur den Geruch aus dem Nachbarstall wittern.

Bei ihrer ersten Zusammenkunft untersuchten beide auch die neue Außenanlage im Tierpark genauestens. Jeder Baum und jeder Strauch wurde erst einmal beschnuppert und markiert. Den Führungsanspruch zeigte die deutlich dominantere Rinda und zwickte Wotan mehrfach bestimmt, aber liebevoll ins Bein. Nun ist klar, wer hier das Sagen hat.

Die beiden letzten im Tierpark verbliebenen Wölfe Cosmo und Mädchengesicht wurden im Februar 2015 aufgrund ihres hohen Alters eingeschläfert. Rinda und Wotan sollen nun hoffentlich recht bald für tapsigen Nachwuchs sorgen: Wölfe sind Rudeltiere, sehr sozial und leben im Familienbund – es sollte also möglichst bald zwischen Rinda und Wotan knistern, hoffen die Tierpark-Mitarbeiter.

Wolf Wotan stammt aus Pilsen in Tschechien. Foto: Tierpark Berlin/Klaus Rudloff

Wolf Wotan stammt aus Pilsen in Tschechien. Foto: Tierpark Berlin/Klaus Rudloff

Der Wolf hat es nicht leicht in Deutschland. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatten die Menschen den Wölfen den Garaus gemacht. Erst rund 100 Jahre später wanderten 1998 erste Tiere aus Polen nach Sachsen ein und sorgten für die Wiederansiedlung ihrer Art. Seitdem vermehren sich die Wölfe in Deutschland stetig – mehr als 30 Rudel leben mittlerweile in den Bundeseländern Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern.

Für den Artenschutz ist dies ein enormer Erfolg. Doch es gibt auch etliche Menschen, bei denen der Wolf nicht so gern gesehen ist, besonders die Halter von Nutztieren in den entsprechenden Regionen. Wölfe sind Raubtiere, sie jagen in deutschen Wäldern hauptsächlich Rehe, Wildschweine und Hirsche. Von Zeit zu Zeit kommt es jedoch auch vor, dass Nutztiere wie Schafe und Ziegen gerissen werden. Auch Hasen, Kaninchen Füchse, Vögel, Früchte und Aas stehen auf dem Wolfs-Speiseplan. Die vielseitige Mischung liefert den ausdauernden Läufern reichlich Energie, um im sogenannten geschnürten Trab durch die Wälder zu tollen.

Europäische Wölfe werden bis zu 160 Zentimeter lang und etwa 40 Kilogramm schwer. Wie alle hundeartigen Lebewesen haben die Tiere fünf Zehen an den Vorder- und nur vier an den Hinterpfoten. Als individuelles Kennzeichen gilt ihr „Ruf“: Dieser ist von Tier zu Tier verschieden, er stärkt den Zusammenhalt im Rudel, markiert das Revier und hilft bei der Partnersuche. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Wotans Ruf auch auf Rinda Eindruck macht…

„Wir freuen uns, dass sich Rinda und Wotan auf Anhieb so gut verstehen und nun wieder Wölfe im Tierpark leben. Wenn die Eingewöhnung weiter so vielversprechend läuft, können wir hoffentlich im Mai 2017 mit Nachwuchs rechnen“, sagt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem.

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