Berliner Enten schwimmen jetzt im Steinhuder Meer

 

Moorente im Berliner Zoo. Foto: Zoo Berlin

Moorente im Berliner Zoo. Foto: Zoo Berlin

Zwischen den Tafelenten und Rothalsgänsen in den Teichen des Berliner Zoos schwimmen auch einige besonders hübsche kleingewachsene, kastanienbraune Enten – die stark gefährdeten Moorenten (Aythya nyroca). Die kleinsten aller europäischen Tauchenten sind in ihren ursprünglichen Heimatgebieten  in Mitteleuropa bereits seit den 80er Jahren ausgestorben. Nun soll eine Anzahl der kleinen Enten mit den auffällig hellblauen Augen unter Anleitung des NABU Niedersachsen am Steinhuder Meer ausgewildert werden.

Am 11. August startete die wohl größte Auswilderungsaktion in der Geschichte des Berliner Zoos – 43 junge Enten aus dem Zoo wurden in die Wild- und Artenschutzstation Sachsenhagen entlassen. „Das Projekt existiert schon seit einigen Jahren und konnte bereits Erfolge erzielen, es wurden sogar einige in freier Wildbahn geschlüpfte Küken beobachtet“, erklärt Kurator Dr. Tobias Rahde, der die Wiederauswilderung der Enten vom Zoo Berlin begleitet.

Die Moorenten fühlen sich offenbar wohl in Berlin, sie haben fleißig gebrütet. Foto: Zoo Berlin

Die Moorenten fühlen sich offenbar wohl in Berlin, sie haben fleißig gebrütet. Foto: Zoo Berlin

In den Teichen des Zoos lebt seit längerem eine größere Gruppe von Moorenten, und dieses Jahr gab es besonders viel Nachwuchs. Der Beitrag des Berliner Zoos ist mit 43 Jungenten hierbei der größte, der bislang von einem Zoologischen Garten geleistet wurde. Insgesamt durften bereits über 260 Moorenten zum Steinhuder Meer umziehen. Dr. Florian Brandes, Leiter der Wildtierstation Sachsenhagen, hat die ersten Minuten der ausgewilderten Enten dokumentiert: „Die jungen Moorenten haben gleich ihre ersten Runden gezogen und sich mit ihrer neuen Heimat vertraut gemacht.“ Er wird dem Zoo nun regelmäßig berichten, wie sich die ausgewilderten Moorenten am Steinhuder Meer zurechtfinden.

Wenn die im Zoo verblieben 60 Moorenten weiterhin so erfolgreich brüten, will der Zoo Berlin auch nächstes Jahr an der Auswilderungsaktion teilnehmen. Der Zoo Berlin engagiert sich zunehmend in den Bereichen Artenschutz, Bildung und Forschung. Gut geführte und international anerkannte Zuchtprogramme bedrohter Tierarten könnten einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten, heißt es in einer Mitteilung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.