Baby auf Samtpfoten

Der Ozelot-Nachwuchs im Zoo Berlin erkundet jetzt langsam seine Umgebung. Foto: Zoo Berlin

Der Ozelot-Nachwuchs im Zoo Berlin erkundet jetzt langsam seine Umgebung. Foto: Zoo Berlin

Wer in diesen Tagen in den Berliner Zoo geht, sollte unbedingt bei dem neuesten Bewohner im Raubtierhaus vorbeigehen. Wobei, vielleicht ist es ja auch eine Bewohnerin, das wissen wir noch nicht.  Am 26. Oktober hat Ozelot-Mama Sarah ihr mittlerweile achtes Jungtier zur Welt gebracht. Ihren Nachwuchs hielt Sarah allerdings bis heute nahezu geheim – nur ab und an trägt sie ihr Kleines für alle Zoo-Besucher sichtbar, sanft umher. Doch langsam ist die Zeit der Zweisamkeit und des ausgiebigen Kuschelns vorbei. Schritt für Schritt wird die Zoo-Welt entdeckt – der Ozelot-Spross ist immerhin schon sieben Wochen alt und wird langsam aber sicher neugierig.

Die kleine Katze trinkt fleißig und macht zwischendurch immer wieder ein Nickerchen, so wie es sich für Tierbabys gehört. „Nehmen unsere Kleinkatzen ihre Jungen so schön an, wie Sarah ihren Nachwuchs, ist der erste Pflegerkontakt erst nach acht Wochen nötig. Dann wird das Ozelot gechippt und in diesem Zusammenhang auch sein Geschlecht festgestellt. Ob Sarahs Nachwuchs eine Katze oder doch ein Kater ist, bleibt bis dahin noch spannend – lassen wir uns überraschen“, sagt Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem.

Vater Prazak, 1999 in Prag geboren, beobachtet seinen jüngsten Nachkommen bisher nur aus der Ferne. Schon vor der Geburt hat man ihn und Mutter Sarah voneinander getrennt. So konnte Sarah (2006 in Dortmund geboren) ungestört die letzten Tage bis zur Geburt verbringen – und sich nun ausgiebig um ihren Nachwuchs kümmern.

10 Monate bleiben Ozelot-Kinder bei der Mutter

Insgesamt sind Ozelot-Weibchen nur elf bis zwölf Wochen trächtig. Dafür verbringen Sarah und ihr Spross die kommenden 10 Monate gemeinsam – so lange stehen die Jungtiere im Schutz der Mutter. Prazak lebt seit 2008 mit seiner Ozelot-Dame im Zoo Berlin. Mit seinen 16 Jahren ist er durchaus ein gestandener Kerl – im natürlichen Lebensraum werden Ozelots ca. 10 Jahre alt, in Menschenobhut kann sich ihre Lebenserwartung sogar verdoppeln. Ozelots gehören zu den Kleinkatzen und besiedeln tropische Wälder, Mangrovenwälder, Küstensümpfe, die Savanne, das lichte Buschland sowie Gebirgswälder in Mittel- und Südamerika. Ozelots gelten als bedrohte Art. Neben dem Handel mit ihren Fellen, sind sie als Haustiere begehrt. Als natürliche Feinde gelten Jaguare, Pumas, Riesenschlangen und Harpyien. Im Raubtierhaus des Zoo Berlin leben derzeit drei Ozelots – Sarah, Prazak und ihr Neugeborenes.

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